ZAK_03_Juni

Bildung &Wissen NeunWochen Schulferien – Urlaub und Sonderurlaub weit- gehend aufgebraucht, Großeltern fallen aus: Familien brau- chen dringend Hilfe für die Kinderbetreuung im Sommer. D ie Betreuung der Kinder im Sommer wird für viele Fami- lien eine große Herausforderung. Eine Befragung von SORA im Auftrag des Momentum Instituts ergab: Die Hälfte der Eltern hat bereits während der ersten Phase der Corona-Pandemie Urlaub genommen, um die Kinder da- heim zu betreuen. Das betrifft vor allem jene Menschen, die in oft systemrelevanten manuel- len Berufen kein Homeoffice in Anspruch nehmen konnten. So sagten bei der Befragung mehr als ein Viertel aller Eltern, dass der eigene Urlaub für die Betreuung der Kinder während des Sommers nicht ausreichen wird. Ohne Hilfe der Großeltern Dazu kommt, dass die Unterstüt- zung der Großeltern aufgrund der Sorge um deren Gesundheit AK fordert die Sommerschule Mehr Chancen durch mehr Mittel für städtische Brennpunktschulen Die Schule soll allen Kindern gute Chancen für die Zukunft eröffnen. Damit das gelingt, fordert die Ar- beiterkammer mehr Geld für Brenn- punktschulen, die überwiegend in Städten zu finden sind. D ie Erfahrungen nach den Schulsperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigen es: Der Bildungserfolg unserer Kinder hängt inhohemMaße vomElternhaus ab. Man- che Schülerinnen und Schüler haben zu Hause eine ganze Bibliothek, andere nicht einmal eine stabile Internetverbindung. Viele Eltern haben bereitwillig die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer übernommen, andere können wegen ihrer beruflichen Belastungen nicht einmal bei der Hausübung helfen. Nachhilfe ist für viele Familien nicht finanzierbar. Kinder sollen ihr Potenzial ausschöpfen Fehlt Kindern und Jugendlichen zuhause der Rückhalt in Bildungssachen, bleibt der schuli- sche Erfolg oft aus. AK-Bildungsexpertin Katrin Hochstrasser: „Schule soll Chancen eröffnen und der Ort sein, an dem alle Kinder ihre Möglichkeiten ausschöpfen, sich entfalten, das Beste aus sich herausholen und ihren Platz in der Gesellschaft finden können.“ Gibt es also unterschiedliche familiäreUnterstützung, dann muss die Schule das ausgleichen können. Basisfinanzierung, Geld für Brennpunktschulen Damit das gelingt, setzen sich internationale Organisationen wie die OECD und nationale Bildungsfachleute seit Jahren für die Einfüh- rung einer bedarfsorientierten Schulfinan- zierung ein. Wie eine solche Mittelverteilung ausschauen kann, hat die Arbeiterkammer mit ihrem Modell des Chancen-Index gezeigt. Es ist eine gerechte, transparente und bedarfs- orientierte Berechnung der Schulfinanzierung, um das Angebot der Schule genau auf die Bedürfnisse der Kinder anzupassen. Das Grundprinzip ist eine solide Basisfinanzie- rung für alle Standorte, und für Schulen mit großen Herausforderungen gibt es zusätzliche Mittel entsprechend dem Indexwert der Schu- le. So können Schulen, wo viele Schülerinnen und Schüler hohen Förderbedarf haben, mehr Lernhilfe, zusätzliches pädagogisches Personal und andere Unterstützung bieten. Ein Fünftel hat hohen Bedarf AK-Analysen zeigen, dass knapp ein Fünftel aller Pflichtschulen einen hohenbis sehr hohen Unterstützungsbedarf haben. Diese Schulen liegen überwiegend in den Städten. SH Im Sommer bietet die AK mit AKtiv Lernen und den TUit-Workshop-Wochen wieder einen bunten Mix aus Lernen, Spiel und Spaß für Schulkinder an. H omeschooling, Distance Lear- ning: Die Corona-Pandemie hatte massive Folgen für den Schulbetrieb. Mittlerweile sind die Schulen zumindest teilweise wieder geöffnet. Die AK wird daher ihr Lernhilfe- und Freizeit- programm AKtiv Lernen sowie die TUit-Workshop-Wochen im Sommer durchführen. Aufgrund der Pandemie behält sich die AK aber vor, das Programm an die zu diesem Zeitpunkt geltenden Sicherheitsmaßnahmen der Re- gierung anzupassen. AKtiv Lernen richtet sich an Schul- kinder der erstenbis viertenKlasse Unterstufe. Mit viel Übung, Spaß und Tipps wird der Stoff der letz- ten Klasse wiederholt, damit die Schüler und Schülerinnen gut vor- bereitet ins neue Schuljahr star- ten können. Lerneinheiten und Freizeitaktivitäten wechseln sich dabei ab. Bei den TUit-Workshops sollen Schulkinder für digitale Technologien und deren kreative Anwendung begeistert werden. AKtiv Lernen undTUit-Workshop- Wochen finden von 24. August bis 11. September in der VHS Graz statt. Die Kosten pro Kind undWo- che betragen 50 Euro, für Verpfle- gung ist gesorgt. Anmeldungen sind noch bis 30. Juni möglich. DW Lernen mit Spaß Beruf & Recht Konsumentenschutz Bildung &Wissen Seite 18 – 25 Die Schule muss Kinder aus sozial und finanziell benachteiligten Familien besser unterstützen. Daher fordert die AK mehr Geld für Brennpunktschulen. Wie viel ein Schuljahr genau kostet, bleibt oft verborgen. Außerdem werden die Belastungen für Familien nach der Corona-Krise heuer noch höher ausfallen. I nÖsterreichwird in öffentlichen Schulen kein Schulgeld verlangt. Trotzdem entstehen im Laufe ei- nes Schuljahres Kosten für Eltern. Die AK hat 2016 berechnet: Bis zu 1.300 Euromüssen Eltern pro Kind und Schuljahr zahlen. Die diesjährigeSchulkostenstudie, die die Arbeiterkammer gemein- sam mit dem Forschungsinstitut SORA durchführt, soll dabei hel- fen, einen aktuellen Überblick über die „versteckten“ Kosten eines Schuljahres zu gewinnen, die finanziellen Belastungen für Haushalte aufzuzeigen, hilfreiche Möglichkeiten zu schaffen und Familien in Zukunft besser zu entlasten. So funktioniert‘s! Mehrere tausend Eltern in ganz Österreich schreiben ein Jahr lang die anfallenden Kosten auf. Mitmachen können alle Eltern von Schulkindern, ausgenommen Lehrausbildung und Studium. Zusätzlich werden im Lauf des Jahres kurze Umfragen (z.B. zur Zufriedenheit mit der Schule) durchgeführt. Die Angaben wer- den streng vertraulich behandelt. Die Teilnehmenden werden über die Ergebnisse informiert. JF Was kostet Schule? www.akstmk.at/lernen Anmeldung AKtiv Lernen und TUit DieAK fordert einÖffnender Schulen imSommer: UmElternbei der Betreuung zu unterstützen und um Rückstände mancher Kids aufzuholen. massiv zurückgegangen ist. Wur- den vor Corona fast ein Drittel aller Kinder (29 Prozent) zeitweise durchOma oder Opa betreut, sank dieser Wert nach Ausbruch der Seuche auf vier Prozent. Ein Ausweichen auf externe Be- treuung im Sommer, etwa in Kinderlagern oder durch Au- Pairs, ist für knapp die Hälfte der Befragten aufgrund der Kosten nicht möglich, in Arbeiterfamilien ist das sogar für fast zwei Drittel ausgeschlossen. Schulen im Sommer öffnen „Corona hat die Schwächen unse- res Schulsystems gnadenlos offen- gelegt“, sagt Alexandra Hörmann, Chefin der AK-Bildungsabteilung: „Der Schulerfolg von Kindern armer Eltern ist deutlich schlech- ter als der von reichen Eltern.“ Bis zu 20 Prozent aller Kinder www.schulkosten.at Infos, Registrierung & Kosteneingabe haben während der Schulschlie- ßungen den Anschluss an den Heim-Unterricht verloren. „Die Arbeiterkammer fordert, dass die Schulen während des Sommers aufsperren und eine Mischung aus Lernbetreuung sowie Spiel und Spaß anbieten, um diesen Bildungsrückstand auszugleichen und die Probleme bei der Betreu- ung während der Ferien zu redu- zieren.“Wie das ausschauen kann, zeigt das Projekt AKtiv Lernen der Arbeiterkammer – siehe Bericht unten. SH www.akstmk.at/wissen Mehr zumThema www.akstmk.at/wissen Mehr zumThema ©samuel - stock.adobe.com ©LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com 18 | ZAK ZAK | 19

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