ZAK_03_Juni

Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig die Arbeiterkammer Steier- mark für ihre Mitglieder ist. Rund um die Uhr wurden Informationen über die ver- schiedensten Kanäle ausgespielt, die Expertinnen und Experten unterstützten mit Rat und Hilfe sieben Tage dieWoche. Eine Umfrage zeigt, dass die Kompetenz der AK, des ÖGB und seiner Fachgewerkschaften in der Krise unersetzbar ist. D ie Krise wurde ausgerufen und die AK Steiermark war gefragt: Zehntausende Anfragen kamen herein ( siehe dazu S. 4 ) und die Expertinnen und Experten der AK und des ÖGB leisteten Hilfe – und das sehr zur Zufriedenheit der Betroffenen: Laut einer Umfrage von Unique Research haben 88 Prozent der Befragten die Bera- tungsleistung der AK Steiermark mit sehr gut und gut bewertet. Von den 800 Befragten setzten 74 Prozent die AK in Bezug auf das Krisenmanagement dicht hinter die Bundesregierung (78 Prozent) auf Platz zwei. AK und ÖGB Steiermark in der Krise gefragt zak inhalt Corona- Krise Corona-Pandemie: AK als Anlaufstelle Beruf & Recht 8 Soforthilfe: AK sichert Lebensunterhalt 9 Arbeitsmarkt wurde mit voller Wucht getroffen 10 Frauen halten die Gesellschaft am Laufen Angst vor Virus: Arzt entließ Sekretärin Telearbeit: AK förderte mit 2,6 Millionen Euro 13 ELIN Motoren nutzt VR-Brillen für Lehrlinge 14 Spitäler und Pflege: Lernen aus der Krise Leben & Konsum 15 Reise – das große Fragezeichen im Sommer 16 Miete aufgeschoben: Was ist zu beachten? 17 Online-Shopping: Sicher einkaufen imWWW Bildung &Wissen 18 Mehr Chancen für Brennpunktschulen 19 AK fordert die Sommerschule 20 Rettungsschirm für junge Menschen 21 Schlechter Umgang mit Lehrlingen 22 Gewerkschaften kämpfen in Brüssel 23 Ernährungstipps: Weg mit dem Corona-Speck 24 Leseecke: Tipps aus der AK-Bibliothek 25 Zeitreise: 75 Jahre ÖGB ACard-Journal: Ideen für die Freizeit 11 Aktuell Arbeiterkammer Steiermark AK Steiermark 05 7799-0 www.akstmk.at redaktion@akstmk.at 2–7 12 26/27 Z iel muss etwa sein, die Ar- beitslosigkeit innerhalb eines Jahres auf das Niveau vor der Corona-Krise zu senken. „Und ich sage das ganz bewusst in diesen Worten: Koste es, was es wolle“, sagt Renate Anderl, Präsidentin der Bundesarbeitskammer. Dafür braucht es u.a. eine Aufstockung des AMS-Personals, eine Erhöhung des Arbeitslosengelds und eine Weiterbildungsoffensive. Anderl verlangt auch massive Anstren- gungen gegen Jugendarbeitslo- sigkeit: „Arbeitslosigkeit macht Menschen arm – das geht nicht.“ Auch mit dem Kampf gegen die Klimakrise könne man viele Ar- beitsplätze schaffen.„Denn gegen die Klimakrise wird es nie Medika- mente geben – damüssen sich die Regierungen mehr anstrengen.“ Sozialstaat ist wichtig „Corona führt uns vor Augen, dass jeder von uns in eine Notlage geraten kann. Umso wichtiger ist ein funktionierender Sozialstaat“, sagt Bundes-AK-Vize undAK-Tirol- Präsident Erwin Zangerl:„BeimBil- dungs- und Schulwesen, bei Pen- sion, Krankheit, Pandemie oder Pflege, bei Arbeitslosigkeit oder Erwerbslosigkeit könnenwir dank der solidarischen Beiträge vor allem der Arbeitnehmer mit Fug und Recht behaupten, in einem der sozialsten und sichersten Län- der der Welt zu leben. Globalisie- rung und Neoliberalismus haben bewiesen, wie anfällig Länder in Krisensituationen dadurch sind.“ Befristete Vermögensabgabe Für eine echte Gerechtigkeitsof- fensive müssen auch Millionäre endlich ihren Beitrag leisten. So schlägt die AK u.a. eine befristete Vermögensabgabe, der Höhe nach gestaffelt, vor: 2 Prozent pro Jahr für Vermögen über 10 Millio- nen Euro, 3 Prozent für Vermögen über 100 Millionen und 4 Prozent für Vermögen über 1 Milliarde. Das trifft lediglich 1 Prozent aller Haushalte und bringt mindestens 7Milliarden pro Jahr.„Das sind kei- ne unrealistischen Forderungen, die die Reichen aus unseremLand vertreiben werden“, sagt Anderl. „Die Reichen im Land wissen sehr wohl, was sie am Sozialstaat haben. Er ist auf jeden Fall mehr wert als die vierte Jacht. Lassenwir sie doch bitte beitragen – besser heute als morgen.“ JF AK-Plan für einen Neustart Österreichs Die Arbeiterkammer hat für sechs zentrale Bereiche den Plan„Österreich neu starten. Die Gerechtigkeitsoffensive.“ entwickelt. www.akstmk.at/neustarten Alles zumThema Renate Anderl, Präsidentin der Bundesarbeitskammer AK und ÖGB unterstützen Die Umfrage von Anfang Mai zeigt, dass Sorgen um den Zu- stand der heimischen Wirtschaft vermehrt in den Vordergrund rücken. Unterstützungen wie die Telearbeits-Initiative der AK Steiermark gemeinsam mit dem Land Steiermark werden Erwin Zangerl, Bundes-AK-Vize und AK-Tirol-Präsident Wie zufrieden waren Sie mit der Beratung bzw. Information durch die AK Steiermark? in Prozent, Basis: Befragter hat sich bei AK Steiermark informiert Sehr zufrieden Eher zufrieden Wenig zufrieden Gar nicht zufrieden W eiß nicht/k.A. 37 51 5 3 5 Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement folgender Akteure in der Corona-Krise? in Prozent , rotierend angezeigt Bundesregierung Arbeiterkammer Landesregierung Wirtschaftskammer Gewerkschaft/ÖGB 42 28 24 20 16 34 46 44 44 37 10 7 13 13 17 8 1 5 4 5 1 2 2 2 5 5 16 12 16 20 Sehr gut Eher gut E her schlecht S ehr schlecht K enne ich nicht Weiß nicht / k.A hier sehr gut angenommen: 74 Prozent der Befragten geben an, dass Telearbeitsplätze stärker ausgebaut werden müssen. Die AK-Soforthilfe bei Firmenpleiten ( siehe S. 8 ) durch die AK Steiermark wird von 88 Prozent als sehr gut und gut bewertet. Sozialpartnerschaft als wichtige Stütze Die Einführung der Kurzar- beit – eine Grundsatzeinigung zwischen den Sozialpartnern ÖGB und AK sowie WKÖ –, bei der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu 90 Pro- zent ihres Gehalts weiter er- halten, bewerten 84 Prozent als sehr gut und gut. Generell wird die Arbeit der Sozialpart- ner als sehr gut betrachtet: Die Sozialpartnerschaft wird von 73 Prozent der Befragten als wichtige Stütze in unserem Staat gesehen. Mitglieder für AK-Forderungen Ebenso wie die Arbeiterkammer sehen 60 Prozent der Befrag- ten, dass es an der Zeit ist, das Arbeitslosengeld deutlich zu erhöhen. Einer Digitalsteuer für Inter- netkonzerne und einer Vermö- genssteuer ab 1 Million Euro zur Begleichung von Teilen der Staatsschulden, die aufgrund der Corona-Krise gemacht wer- den mussten, stehen große Teile der Steirerinnen und Steirer positiv gegenüber – ebenso wie einem Mindestlohn von 1.700 Euro netto. JF „Das Wissen unserer Expertinnen und Experten war und ist sehr gefragt. Die Umfrage zeigt, dass die Menschen das Engagement unserer Mitarbeiter zu schätzen wissen.“ Wolfgang Bartosch, AK-Direktor „Die Menschen sind von der Sozialpartnerschaft überzeugt und attestieren der AK und dem ÖGB hohe Kompetenz bei der Bewältigung dieser schwierigen Situation.“ Josef Pesserl, AK-Präsident www.akstmk.at/dieak Details zur Umfrage AK-Präsident Josef Pesserl (r.) und AK-Direktor Wolfgang Bartosch freuen sich über den großen Zuspruch der Mit- glieder und deren klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft. Das Marktforschungsunternehmen Unique Research hat Anfang Mai 2020 im Auftrag der AK Steiermark stichprobenartig 800 Steirerinnen und Steirer zu ihrer Einstellung zur Corona-Krise, zur Arbeiterkammer, zum Krisenmanagement und den Maßnahmen befragt. Temel | AK (Foto entstand vor 16. März 2020) WWW.SEBASTIANPHILIPP.COM AK Tirol 2 | ZAK ZAK | 3

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