ZAK Sept. 2016_WEB - page 16-17

BI LDUNG
W
eiterbildung und Quali-
fikation
bei
laufendem
Dienstverhältnis – das macht das
Arbeitsmarktservice möglich. Ei-
nerseits sollen ArbeitnehmerIn-
nen für zukünftige Herausforde-
rungen in ihrem Unternehmen
fit gemacht werden, andererseits
ein Fachkräftemangel verhindert
werden.
Jene Betriebe, die ihre Mitar-
beiterInnen bei bestehendem
Dienstverhältnis
weiterbilden,
werden dabei durch das Arbeits-
marktservice unterstützt. Konkre-
te Förderungen gibt es für Pflicht-
schulabsolventInnen, Frauen mit
höchstens mittlerem Schul- oder
Lehrabschluss oder Mitarbeite-
rInnen, die älter als 45 Jahre sind.
Das AMS finanziert 50 Prozent der
Kurskosten sowie 50 Prozent der
Personalkosten ab der 33. Kurs-
stunde.
Mag.
a
Katrin Hochstrasser
AK-Jugend
Qualitätsförderung
für Beschäftigte
Die Novelle des Studi-
enförderungsgesetzes
bringt heuer und ab Sep-
tember 2017 mehr Geld für
Studierende.
B
eihilfenbezieher im Alter
von über 27 Jahren sollen
ab Herbst einen monatlichen
Zuschlag von 30 Euro er-
halten. Ab September 2017
erwartet sie ein weiteres „Zu-
ckerl“: Jene, die noch bei ihren
Eltern wohnen, kommen in
den Genuss der sogenannten
„erhöhten Studienbeihilfe“.
Diese ist derzeit nur Studenten
vorbehalten, die als „auswär-
tige“ Studenten am Studienort
wohnen, also eine weite Fahr-
zeit zwischen Elternwohnsitz
Im Holocaust- und To-
leranzzent rum
werden
nun auch Führungen und
Workshops für Betriebsräte
angeboten.
I
m vergangenen November
eröffnete in Graz das erste
Holocaust- und Toleranzzen-
trum. Über 250 Schulklassen
nahmen bisher an den Füh-
rungen durch die Ausstellung
teil. Nun wurde ein spezieller
Workshop für Betriebsräte
konzipiert.
Nazi-Opfer
„Betriebsräte sind ein ganz
wichtiger Teil des demokrati-
schen Gefüges“, erklärt Albert
Kaufmann, Präsident des
Holocaust- und Toleranzzent-
rums: „Dort, wo Gewerkschaf-
ten und Betriebsräte verboten
und verfolgt werden, ist die
und dem Studienort haben.
Statt maximal 475 Euro mo-
natlich gäbe es für sie dann
die höchstmögliche Beihilfe
von 679 Euro.
Datenbank
Bei der „Auswärtigkeit“ wird
die Zumutbarkeit (von einer
Stunde Fahrzeit) mit Herbst
kommenden Jahres auf eine
Daten-Abf rage umgestellt.
Diese berücksichtigt nicht
mehr die Heimatgemeinde der
Eltern, sondern die Wohnad-
resse der Eltern. Durch Über-
gangsbest immungen wird
sichergestellt, dass es für der-
zeit „auswärtig Studierende“
zu keinen Verschlechterungen
kommen kann.
Katastrophe nicht mehr weit.“
In der Ausstellung wird unter
anderem gezeigt, wie die Nazi-
Schergen Gewerkschafter ver-
folgt und umgebracht haben.
Die Gewerkschaftsbewegung
war eines der ersten Opfer des
Naziterrors.
Grazer Juden
Das Ziel des Zentrums ist
der Versuch, Lehren aus der
Geschichte für das heutige
gesellschaftliche Zusammen-
leben zu ziehen. Das Bildungs-
programm der Ausstellung
teilt sich in drei Module mit
unterschiedlichen themati-
schen Schwerpunkten. Mit
dokumentarischem Bild- und
Filmmaterial sowie ausge-
wählten Texten wird der Ho-
locaust anhand des Schicksals
der jüdischen Gemeinde in
Graz von 1938 bis 1945 dar-
gestellt.
Nachsichtig
Schon ab diesem Winterse-
mester wird die Rückzahlung
von Studienbeihilfen großzü-
giger gehandhabt: Die Rück-
zahlungsverpflichtung man-
gels Studienerfolges nach dem
2. Semester entfällt, wenn im
5. Semester wieder ein günsti-
ger Studienerfolg vorliegt.
Außerdem wird das Ableis-
ten eines Freiwilligen Sozia-
len Jahres beihilfenrechtlich
dem Präsenz- und Zivildienst
gleichgestellt.
Anspruch
Darüber hinaus werden im
Herbst 2017 die Studienab-
Das pädagogisch-didaktische
Vermittlungskonzept spricht
vor allem junge Besucher an.
Kaufmann: „Lehrer, Schüler
und Eltern sind begeistert.
Unsere Ausstellung und unse-
re Workshops helfen Lehrern
und Eltern in ihrer wichtigen
und schwierigen Aufgabe,
Kinder zu vorurteilsfreien und
demokratischen Menschen zu
erziehen.“
Null Toleranz
„Die Geschichte der Naziherr-
schaft und des Holocaust zeigt,
was an Grauen Wirklichkeit
werden kann“, sagt Kaufmann:
„Wenn Toleranz und Akzep-
tanz systematisch ausgehöhlt
und zerstört werden, nur weil
ein Mensch vielleicht einem
anderen Glauben angehört,
aus einem anderen Herkunfts-
land stammt oder eine andere
Hautfarbe hat. Oder laut dem
schluss-Stipendien (700 bis
1.200 Euro pro Monat) von
der Privatwirtschafts- in die
Hoheitsverwaltung übertragen
– künftig gibt es also einen
Rechtsanspruch darauf. Eben-
falls ab dem Wintersemester
2017 wird der Zuschuss für
Kinderbetreuung als eigene
Fördermaßnahme für Studie-
rende in der Abschlussphase
mit bet reuungspf lichtigen
Kindern tragend.
Übersicht über die Schul- und
Studienbeihilfen sowie Sti-
pendien:
akstmk.at/beihilfen
vorherrschenden Regime eine
nicht passende politische Ein-
stellung aufweist.“
Nie wieder
So versteht sich diese Ausstel-
lung auch als ein Mahnmal
und ein Appell für das Brü-
ckenbauen und Aufeinander-
Zugehen. In speziellen Work-
shops wird den Besuchern ein
moderner, weltoffener Kultur-
begriff entgegengesetzt. „Men-
schen sind als Individuen zu
beurteilen und nicht nach
einer willkürlichen Zuschrei-
bung zu einer Gruppe, der sie
vielleicht zufällig angehören“,
so Kaufmann: „Wir müssen
alles tun, um sicherzustellen,
dass das, was 1938 bis 1945
geschah, sich niemals wieder-
holen kann.“
Anmeldung:
Studiosi aufgepasst:
Es gibt Zuschuss-Neuigkeiten
Offen aufeinander
zugehen
lernen im Toleranzzentrum
Elnur | Fotolia
AK
ZAK
TIPPS
Albert Kaufmann freut sich über
das neue Angebot der
Betriebsräte-Führungen im
Holocaust- und Toleranzzentrum.
Studenten über 27 Jahre
dürfen sich ab Herbst über
ein „Zuckerl“ mehr freuen:
Sie bekommen einen mo-
natlichen Zuschlag von 30
Euro. Für alle Studierenden
gilt künftig mehr Nachsicht,
wenn der Studienerfolg
ausbleibt.
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